Managerhaftung

Wer entscheidet, haftet!
Und wer nicht entscheidet, haftet auch!

Die rechtlichen Grundlagen für die sog. Managerhaftung liefern im Wesentlichen die §§ 43 GmbHG sowie 93 AktG. Danach haftet ein Geschäftsführer/Vorstand seinem Unternehmen für Pflichtverletzungen im Rahmen seiner Tätigkeit grundsätzlich unbeschränkt mit seinem Privatvermögen. Es gilt bei der Managerhaftung die Umkehr der Beweislast. Das heißt, der Manager muss beweisen, dass er nicht schuldhaft – leichteste Fahrlässigkeit genügt – gehandelt hat. Der Entlastungsbeweis ist naturgemäß schwierig, gerade wenn der Manager das Unternehmen bereits verlassen hat/musste und keinen Zugriff mehr auf Dokumente etc. hat. Daher sind Schadensersatzklagen von Unternehmen oft Erfolg versprechend.

Neben Geschäftsführern oder Vorständen haften auch die Mitglieder der Aufsichtsgremien der Gesellschaft bei der schuldhaften Verletzung ihrer Pflichten (z.B. über § 116 AktG). Bei Kapitalgesellschaften spielt dabei im Sinne von § 111 Abs. 1 AktG die Überwachung und Kontrolle des Vorstands eine maßgebliche Rolle. Der Gesetzgeber geht dabei davon aus, dass ein Aufsichtsratsmitglied seine Pflichten mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Aufsichtsratsmitglieds nachkommt. Danach muss jedes Mitglied über diejenigen Mindestkenntnisse oder Fähigkeiten besitzen oder sich aneignen, die es braucht, um alle normalerweise anfallenden Geschäftsvorgänge auch ohne fremde Hilfe zu verstehen und sachgerecht beurteilen zu können (vgl. BGHZ 85, 293ff.).

Oft sind Manager und Aufsichtsratsmitglieder sich dieses stetig wachsenden Haftungsumfelds nicht bewusst. Gerade wenn man das Aufsichts- oder Verwaltungsratsmandat als Arbeitnehmervertreter oder aber als parteilicher Gemeindevertreter bei öffentlich-rechtlichen Institutionen, wie Sparkassen oder Kommunalunternehmen, übernommen hat, fehlt es desöfteren an einer Risikosensibilität bezüglich seines eigenen Haftungspotentials. Gesetzliche Haftungsfreistellungen, wie z.B. § 113 Abs. 6 GO NW  oder § 55 LBG NW, greifen nur begrenzt. In der Regel geht zudem das Gesellschaftsrecht als Bundesrecht den landes- und kommunalrechtlichen Interessen vor.

Hier finden Sie interessante Urteile und Artikel zum Thema Managerhaftung: